Mauerasseln und Kellerasseln bekämpfen - alle Mittel und Tipps

Mauerasseln / Kellerasseln im Haus sind unschön. Erfahren sie mehr über Asseln und wie sie Kellerasseln bekämpfen und vertreiben können.

Kellerassel Nahaufnahme von vorne - Macro
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Kellerasseln und Mauerasseln – Hilfe! Dinos im Haus!

Nein, sowohl Kellerasseln (Porcellio scaber <- das heißt so viel wie "unsauberes Schweinchen" :-)) als auch ihre Verwandten, die Mauerasseln (Oniscus asellus) gehören sicher nicht zu den Dinosauriern. Aber man schätzt, dass sie seit etwa 80 Millionen Jahren auf der Erde wandeln – und das, seitdem ziemlich unverändert in Aussehen und Lebensweise. Echte Urtiere sind sie also auf jeden Fall!

Viele Kellerasseln auf einem HaufenDie kleinen, für viele ekelig anzusehenden Krabbler haben aber noch ein paar Überraschungen mehr auf Lager, von denen sie sicher nie vermutet hätten, dass diese Eigenschaften bei so unscheinbaren Tieren wie den Kellerasseln zu finden wären. Ein bisschen neues Stammtischwissen kann doch nicht schaden, oder?

In diesem Artikel möchte ich sie einladen diese „possierlichen Tierchen“ (frei nach Dr. Grzimek) zu erkunden und nebenbei einige Tipps mitzunehmen, was sie tun können um die Asseln aus ihrem Keller oder ihrer Wohnung fernhalten und wie sie die Kellerasseln bekämpfen können. Also, fühlen wir den Asseln mal auf den Zahn!

    Inhaltsverzeichnis des Artikels
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  1. Kellerasseln – Biologie und Lebensweise
  2. Welche Schäden können Kellerasseln verursachen?
  3. Was ist also das Problem mit Kellerasseln im Haus?
  4. Kellerasseln bekämpfen
  5. Fazit zum Kellerasseln bekämpfen
  6. Produktvorschläge
  7. Weiterführende Artikel

Kellerasseln – Biologie und Lebensweise

Mauerasseln und Kellerasseln gehören weder zu den Insekten, noch zu den Spinnentieren, sondern sind (man glaubt es kaum) der Ordnung der Krebstiere zuzuordnen. Sie werden etwa 10 bis 15mm lang. Die Mauerasseln erreichen manchmal durchaus auch die 20mm Marke. Sie sind also etwas größer als ihre Verwandten. Beide Arten haben im Prinzip zwei Atemorgane. Lungen, aber auch noch Reste von Kiemen. Sie können also ihre Zugehörigkeit zu den Wassertieren, wie es sich für Krebstiere gehört, nicht verleugnen. Beide Arten sind die am häufigsten vorkommenden Landasselarten weltweit. Es gibt zwar noch eine ganze Reihe weiterer Asselarten auf dem Festland (vor allem in tropischen Gefilden), allerdings lebt der absolute Großteil aller Asseln unter Wasser.

Die Kellerasselweibchen tragen ihren Nachwuchs (Eier und Larven) unter dem Bauch in einer Wasserblase, bis diese nach etwa 50 Tagen soweit ausgereift sind, dass sie auch ohne ständigen Wasserkontakt überlebensfähig sind. Geschlechtsreif werden sie dann nach einigen Häutungen innerhalb von 3 Monaten und sie haben eine Lebenserwartung von ungefähr 2 Jahren. Keller- und Mauerasseln lieben auch im ausgewachsenen Zustand Feuchtigkeit und Dunkelheit. Mauerassel hat sich bei drohender Gefah eingerolltZeigt das Hygrometer 70% und mehr Luftfeuchtigkeit an, ist ihr Lebensraum perfekt für sie gerichtet. Treten also Kellerasseln im Haus auf, sind sie wie Silberfischchen auch, gute Indikatoren dafür, dass etwas im Raum nicht stimmt.

Sie ernähren sich ausschließlich von abgestorbenen Pflanzenresten, modrigem Holz und anderen organischen Abfällen. Im Garten sind sie daher neben den Regenwürmern, ganz wichtige Helfer um guten Humus herzustellen und werden hier als Nützlinge hochgeschätzt! Droht ihnen Gefahr, rollen sie sich zu einer Kugel zusammen und schützen sich so mit ihrem Rückenpanzer gegen Angreifer.

Welche Schäden können Kellerasseln verursachen?

Kellerasseln sind keine Schädlinge. Sie zerstören keine Bausubstanz am Haus und schädigen nur in Ausnahmefällen Pflanzen indem sie an den Wurzeln knabbern oder mal die ein oder andere Kartoffel anfressen. Diese Schäden an Pflanzen sind aber in aller Regel wirklich zu vernachlässigen.

Auch gelten sie nicht als Krankheitsüberträger. Es ist nicht bekannt, dass sie Bakterien oder gefährliche Keime übertragen würden. Dies liegt vermutlich an der völlig unterschiedlichen Physionomie dieser Krebstiere gegenüber uns Säugetieren. Sie können also wirklich beruhigt sein. Von den Asseln gehen keinerlei Gefahren aus.

Was ist also das Problem mit Kellerasseln im Haus?

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Warum sollte man also Mauerasseln und Kellerasseln bekämpfen? Gibt es dafür einen triftigen Grund?

Kurze Antwort: Nein, gibt es nicht!

Lange Antwort: Außer dem Ekelfaktor, den die kleinen Flitzer in Keller und Wohnung verursachen gibt es in der Tat keinen Grund den Tieren nachzustellen. Schimmel in Kellerecke hinter einer KisteNatürlich plädiere ich jetzt nicht dafür, dass wir uns von nun an unser Wohnzimmer oder den Keller mit den Kellerasseln teilen sollten, aber man muss auch nicht sofort mit der chemischen Keule gegen die harmlosen Tiere vorgehen.

Das eigentliche Problem, wenn Kellerasseln oder Mauerasseln im Gebäude anzutreffen sind, kommt von einer ganz anderen Seite. Wie oben schon erwähnt, sind Asseln ein guter Indikator für dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. Die hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Schimmelbefall in den betroffenen Räumen führen. Dieser wiederum ist in größerem Ausmaß durchaus als problematisch für die Gesundheit einzustufen. Das gilt vor allem für vorgeschädigte Menschen mit Asthma, bei Allergikern oder Menschen mit einer Immunschwäche. Gehen sie unbedingt auf die Such nach den Ursachen für die erhöhte Feuchtigkeit im Raum.

Ursachen können sein:

  • Fehlerhaftes Lüftungsverhalten. Nur 2-3x tägliches Stoßlüften transportiert genügend Feuchtigkeit aus Keller und Badezimmer, um die Luftfeuchtigkeit effektiv zu senken.
  • Beschädigte Rohrleitungen in den Wänden. Diese versteckten Schäden zeichnen sich häufig durch eine räumlich begrenzte Durchfeuchtung einer Wand aus.
  • Im Keller kann auch eine defekte, vertikale oder horizontale Feuchtesperre in erdberührenden Wandbereichen oder im Fußboden eine Ursache sein.
  • Im Badezimmer sind manchmal defekte, bzw. undichte Abwasserrohre oder fehlerhafte Silikondichtungen an Badewanne und Dusche eine weitere Möglichkeit für eine hohe Raumfeuchte.
  • Aber auch Spritzwasser im Außenbereich oder undichte Kellerfenster sind nicht selten Ursache für eindringendes Wasser von außen.

Zum Thema Kellersanierung habe ich eine sehr ausführliche Artikelserie geschrieben. Wer mehr zum Thema nachlesen möchte, wird hier fündig: Kellersanierung

Mehr zum Thema richtiges Lüften von Wohnräumen finden sie in einem weiteren Artikel von mir hier: Richtig Lüften

Kellerasseln bekämpfen

Im Folgenden nun eine Liste mit Tipps zum Kellerasseln bekämpfen und zwar ohne Gifte. Die brauchts hier wirklich nicht. Sie schaffen es auch problemlos ohne toxische Gifte im Haus, ihren Keller oder das Badezimmer wieder für sich zurück zu erobern.

  • Verwehren sie den Kellerasseln den erneuten Zugang von außen, indem sie engmaschige Fliegengitter oder Netze vor den Kellerfenstern anbringen.
  • Achten sie auch darauf, dass nach außen gehende Kellertüren mit einer Dichtlippe am Boden keine Schlupflöcher unter der Türe zulassen.
  • Sorgen sie dafür, dass Spalten und Risse in Mauerwerk und Boden dicht verschlossen werden, um den Tieren keine feuchten und dunklen Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.
  • Lagern sie verderbliche Lebensmittel wie Obst oder Kartoffeln nicht direkt am Boden. Besser in einem Regal. Kontrollieren sie die Lebensmittel regelmäßig auf Faulstellen. Sie ziehen die Kellerasseln geradezu magisch an.
  • Wäsche nicht im Keller trocknen. Sie erhöht enorm die Raumfeuchtigkeit.
  • Ablaufgitter im Kellerboden auch mit einem engmaschigen Netz versehen um einen Zuzug von unten zu verhindern. Aber bitte darauf achten, dass der Ablauf seine Funktion behält!
  • Bauen sie eine Asselfalle aus einem Stück Pappkarton, einer halben Kartoffel und einem feuchten Tuch. Legen sie dazu die Pappe auf den Boden, die Kartoffel in der Mitte darauf und das durchfeuchtete Tuch darüber. Über Nacht werden die Kellerasseln von dem für sie passenden Milieu und dem Geruch der Kartoffel angezogen, sodass sie die Tiere einfach am nächsten morgen mit ins Freie nehmen, und am Kompost aussetzen können. Wiederholen sie die Prozedur ein paar Tage an unterschiedlichen Stellen im Keller, um auch alle Tiere zu erwischen.
  • Alternativ zur Selbstbau-Asselfalle können sie auch Leimfallen mit Lockstoffen kaufen. Hierbei verenden die Tiere allerdings und sind nicht mehr zu retten.
  • Zur Not tuts auch der Staubsauger. Wer Angst hat, die Asseln könnten sich über Nacht wieder aus dem Beutel befreien, sollte ihn nach getaner Arbeit in der Mülltonne entsorgen.
  • Ebenso können sie die Kellerasseln bekämpfen, indem sie (völlig giftfrei) besiedelte Stellen mit Kieselgur (auch Diatomeenerde genannt) bestreuen. Kieselgur ist aus Schalen von Urzeittieren gemacht und diese zermahlenen Schalen haben sehr scharfe Schnittkanten, die den Asseln mikroskopische Verletzungen zufügen, die die Tiere in recht kurzer Zeit austrocknen und verenden lassen. Mehr dazu hier: Diatomeenerde
  • Auch ein Gießmittel mit den Nematoden Steinernema carpocapsae soll einigen Erfolg gegen die Urtiere bringen. Eigentlich werden diese Nematoden zur Bekämpfung der Maulwurfsgrille und den Larven der Wiesenschnaken eingesetzt. Dabei dringen die winzigen Fadenwürmer in den Körper der Kellerasseln ein und zerstören diese dann von innen.

Fazit zum Kellerasseln bekämpfen

An dieser Stelle nochmal mein Apell an meine Leser, die Kellerasseln nach Möglichkeit nicht zu töten, sondern mit oben beschriebener Selbstbaufalle einzufangen (oder einfach mit Kehrschaufel und Besen aufzukehren) und lebend ins Freie zu bringen. Sie helfen ihnen in ihrem Garten guten Humus herzustellen und sind dort für sie quasi unsichtbar. Wer seinen Ekel nicht überwinden kann, greift einfach zum Staubsauger, zur Klebefalle oder zur Kieselgur, um den Tieren den Garaus zu machen. Chemische Gifte aus Sprühflaschen kann und will ich hier wirklich nicht empfehlen, da solche Mittel insbesondere im Wohnraum nur in Ausnahmefällen etwas zu suchen haben. Und ein Ausnahmefall ist eine Besiedelung mit Kellerasseln in meinen Augen sicher nicht.

In diesem Sinne, wünsche ich ihnen viel Erfolg beim Kellerasseln bekämpfen!