Den Kartoffelkäfer bekämpfen - Alle Mittel gegen Kartoffelkäfer

Kartoffelkäfer sind mehr als lästig! Erfahren sie hier mehr über Mittel gegen Kartoffelkäfer und wie sie den Kartoffelkäfer bekämpfen können

Ein Kartoffelkäfer auf einer Kartoffelpflanze
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Der Kartoffelkäfer – Hübsch aber sehr gefräßig

Gerade die ältere Generation meiner Leser wird den Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) (auch als Colorado-Käfer bekannt) noch in lebhafter Erinnerung haben. Meine Tante (Jahrgang 1940) berichtete mir noch vor kurzem, wie sie als Kind in der Nachkriegszeit auf die Kartoffelfelder geschickt wurde und mit Scharen anderer Kinder und auch den Erwachsenen im Frühjahr und Sommer zum Kartoffelkäfer sammeln geschickt wurde. In den Gebieten der der damaligen DDR gab es sogar noch bis in die 1960er Jahre regelmäßige Sammelaktionen gegen die Schädlinge. Der Ursprünglich aus Amerika (Colorado) stammende Käfer kam vor etwa 150 Jahren mit den Schiffen der Händler auch nach Europa und hat sich hier in großen Teilen Europas und Asiens seitdem rasant verbreitet.

Da der Kartoffelkäfer auch in der heutigen Zeit noch immer zu einem der wichtigsten Feldschädlinge im Kartoffelanbau zählt, wird es Zeit ihn mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen um zu sehen wie man am besten gegen den Vielfraß vorgehen kann. Im Folgenden werden Mittel gegen Kartoffelkäfer vorgestellt und Tipps und Maßnahmen beschrieben, wie man den Kartoffelkäfer bekämpfen kann.

    Inhaltsverzeichnis des Artikels
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  1. Kartoffelkäfer – Aussehen und Lebensgewohnheiten
  2. Kartoffelkäfer bekämpfen – Vorbeugung
  3. Mittel gegen Kartoffelkäfer
  4. Fazit zum Kartoffelkäfer bekämpfen
  5. Produktvorschläge
  6. Weiterführende Artikel

Kartoffelkäfer – Aussehen und Lebensgewohnheiten

Bevor aber an ein Kartoffelkäfer bekämpfen gedacht werden kann, soll an dieser Stelle allen, die den Käfer noch nicht so genau kennen, und die ihn sicher im Garten und Feld identifizieren möchten, ein wenig über sein Aussehen, die Lebensgewohnheiten und seine Fortpflanzung berichtet werden. Nur wen man den Lebenszyklus gut kennt, kann man auch effektiv gegen Schädlinge und Ungeziefer im Garten und der Landwirtschaft vorgehen.

Der Kartoffelkäfer ist ein durchaus auffälliger Geselle, der in etwa bis 15mm lang werden kann, wenn er ausgewachsen ist. Seine Grundfarbe ist ein leuchtendes Gelb, dass mit 10 klar abgegrenzten, schwarzen Längsstreifen auf seinen Flügeldecken und den unregelmäßigen schwarzen Flecken auf dem Halsschild ein unverwechselbares Äußeres garantieren.Kartoffelkäfer und Eier auf Blattunterseite Die auffällige Zeichnung gilt als Warnhinweis an potentielle Feinde, da der Kartoffelkäfer bei Gefahr ein Wehrsekret absondern kann, der den Fressfeinden den Appetit vermiesen soll.

Im Frühjahr, wenn die ersten Kartoffeltriebe aus der Erde sprießen, erwachen auch die Käfer aus ihrem Winterschlaf im Erdreich und beginnen an den jungen Trieben die Blätter anzufressen. Allerdings ist der Fraß in der ersten Zeit nicht sonderlich auffällig, da die Schäden noch recht gering sind. Nun legen die Weibchen an den Blattunterseiten der Pflanzen (es werden übrigens nicht nur Kartoffeln befallen, sondern auch Tomaten, Auberginen, Paprika, Bilsenkraut, Tollkirschen und andere Nachtschattengewächse), ihre Eier ab. Dazu legen sie Pakete von etwa 20 bis 80 gelbe, längliche Eier in einem, oft kreisrunden Gelege ab. Insgesamt kann jedes Weibchen bis zu 1000 Eier in einer Saison legen. Kein Wunder also, dass die Kartoffelkäfer zu einer echten Plage werden können. Je nach Wetterlage sind durchaus auch zwei Generationen der Schädlinge im Jahr möglich.

Larven des KartoffelkäfersJe nach Wetterlage schlüpfen die dunkelroten und seitlich schwarz gepunkteten Larven mit schwarzem Kopf, bereits nach 3-12 Tagen aus den Eiern aus und beginnen sofort mit ihrem Fresswerk an den Blättern der Kartoffelpflanzen. Die Fraßintensität nimmt dabei immer mehr zu, je weiter die Larven entwickelt sind. Bei einem starken Befall der Kartoffelkäferlarven, bleiben oft nur noch die leeren Gerippe der Blätter stehen und die Pflanze wird vollständig zerstört. Die Larven fressen sich so etwa 2-4 Wochen lang satt und verkriechen sich dann für die Verpuppung im Erdreich. Übrigens überraschend tief. Die Puppen finden sich bis ca. 30cm tief im Erdboden. Lässt die Wetterlage es zu, erscheint dann die neue Generation der Kartoffelkäfer etwa 3 Wochen später wieder an der Oberfläche und startet einen neuen Zyklus (meist im Laufe des Juli).

Kartoffelkäfer bekämpfen – Vorbeugung

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Auch wenn eine Vorbeugung gegen einen Kartoffelkäfer Befall schwierig ist, können einige Dinge in Angriff genommen werden, um ein massenhaftes Auftreten zu verhindern.

  • Seien sie schneller als der Käfer. Nutzen sie möglichst frühe Kartoffelsorten um den Pflanzen einen guten Vorsprung zu geben.
  • Ziehen sie die Kartoffeln schon zeitig vor, bevor sie sie in die Erde bringen, auch dass hilft für einen früheren Austrieb.
  • Fördern sie die natürlichen Feinde des Kartoffelkäfers. Hierzu zählen unter anderem Fasane, Kröten, Marienkäfer, Florfliegen, Laufkäfer und Raubwanzen.
  • Stärken sie die Pflanzen mit einer mittelstarken Brennesseljauche immer wieder in regelmäßigen Abständen.
  • Halten sie ihre Pflanzungen möglichst Unkrautfrei, damit den Käfern keine Unterschlupfe gewährt werden.
  • Düngen sie die Kartoffelpflanzen entweder mit angerottetem Mist (falls vorhanden) oder arbeiten sie Gesteinsmehl oder Algenkalk in den Boden ein, um die pflanzeneigene Abwehr zu stärken.
  • Im heimischen Garten, sollte nach einem Jahr mit intensiver Kartoffelkäfer Aktivität im nächsten Jahr der Kartoffelanbau ausfallen, um den Käfern die Lebensgrundlage zu entziehen. Im Feldanbau sollten Fruchtfolgen beachtet werden und die Felder mindestens 500 Meter Luftlinie entfernt liegen, um ein Überwechseln zu verhindern.
  • Graben sie vor dem Pflanzen das Beet spatentief um und sammeln sie eventuell überwinternde Käfer ab.

Mittel gegen Kartoffelkäfer

Wurde ein Befall mit dem Kartoffelkäfer festgestellt, so gibt es einige Maßnahmen zum Kartoffelkäfer bekämpfen, die vor allem in der Kombination ihre volle Wirksamkeit entfalten. Beim Kartoffelkäfer ist der Zeitpunkt der Bekämpfungsmaßnahmen sehr wichtig. So sind gerade die Larven in einem frühen Entwicklungsstadium besonders anfällig gegen Spritzmittel und andere Maßnahmen mit biologischen und chemischen Mitteln gegen Kartoffelkäfer. Je weiter die Entwicklung der Käferlarven fortgeschritten ist, desto resistenter werden sie gegen die Bekämpfung.

Maßnahmen und Mittel gegen Kartoffelkäfer können sein:

  • Der Klassiker als Hausmittel gegen Kartoffelkäfer – das Absammeln der Käfer und entfernen der Gelege und Larven von Hand. Kontrollieren sie bereits ab Mitte Mai die Pflanzen und suchen sie auf den Blattunterseiten nach Eigelegen. Gerade für kleinere Pflanzungen ist diese Methode zur Kartoffelkäferbekämpfung durchaus leistbar und wirklich effektiv, wenn sie regelmäßig und gewissenhaft durchgeführt wird. Das Absammeln wird am besten in den Morgenstunden durchgeführt, wenn die Käfer noch träge von der Kühle der Nacht sind. In großen Pflanzungen ist das Absammeln unwirtschaftlich und viel zu aufwendig!
  • Wer im heimischen Garten keine chemischen Mittel gegen Kartoffelkäfer einsetzen möchte, greift am besten zu Neem-Präparaten. Das natürliche Insektizid des Neembaumes verspricht gerade im frühen Larvenstadium gute Ergebnisse gegen den Käferbefall. Wichtig dabei: Unbedingt beide Blattseiten mit dem Kartoffelkäfer Spritzmittel einsprühen.
  • Eine weitere Möglichkeit zum Kartoffelkäfer bekämpfen ist insbesondere im Feldeinsatz der Einsatz des Bakteriums Bacillus thuringiensis tenebrionis, der Larven und Käfer infiltriert und absterben lässt. Leider sind Kartoffelkäfer Spritzmittel mit dem Bakterium nicht für den Heimgärtner erhältlich, sondern dem professionellen Anwender vorbehalten. (Stand2019)
  • Unterstützend zu den obigen Maßnahmen gegen den Schädling können im heimischen Garten auch mit einer Jauche aus Meerrettich oder mit einer Brühe aus Minze die Blätter besprüht werden um es den Kartoffelkäfern und ihren Larven schwer zu machen. Als alleinige Maßnahmen sind diese Spritzmittel gegen Kartoffelkäfer allerdings nur selten ausreichend.
  • Ebenso können zur Unterstützung bei der Bekämpfung die Blattunterseiten mit Diatomeenerde bestäubt werden. Die jungen Larven reagieren hier empfindlich mit Feuchtigkeitsverlust und gehen zum Teil ein. Zumindest werden sie hierdurch geschwächt und somit anfälliger für andere Mittel gegen Kartoffelkäfer.
  • Als chemische Spritzmittel gegen Kartoffelkäfer im landwirtschaftlichen Anbau sind derzeit vor allem Mittel auf Basis von Neonicotinoiden (z.B. Biscaya, Mospilan), Spinosynen (z.B. SpinTor) und Pyrethroiden (z.B. Bulldog, Decis forte) im Einsatz und auch zugelassen (Stand 2018). Allerdings wird immer mehr davon abgeraten Spritzmittel auf Basis von Pyrethroiden einzusetzen, da die Käfer immer stärkere Resistenzen ausbilden und diese Mittel immer mehr an Wirkung im Feldeinsatz verlieren. Alle genannten Mittel sind übrigens nur mit Fachkundenachweis im Fachhandel erhältlich.

Fazit zum Kartoffelkäfer bekämpfen

Gesammelte Kartoffelkäfer in der HandAuch heute noch ist der Kampf gegen den Kartoffelkäfer eine fordernde und nicht einfach zu bewerkstelligende Aufgabe. Das gilt insbesondere dann, wenn keine chemischen Spritzmittel gegen Kartoffelkäfer eingesetzt werden sollen, sondern mit biologischen und ökologisch nachhaltigen Maßnahmen gearbeitet werden soll. Im heimischen Garten ist einer Kartoffelkäferplage noch gut mit den oben vorgestellten Mitteln zu begegnen, im landwirtschaftlichen Anbau, stellt dies aber immer noch eine echte Herausforderung dar.

Verzichten sie im heimischen Garten nach Möglichkeit auf chemische Mittel. Dies gilt insbesondere auf Pyrethroide Spritzmittel, die nicht nur immer wirkungsloser werden, sondern auch die Resistenzen der Tiere bei jedem weiteren Einsatz verstärken. Nicht nur das, ebenso werden bei allen chemischen Mitteln (auch auf Neem-Basis) immer auch Nützlinge und sonstige Insekten in Mitleidenschaft gezogen. Am selektivsten kann man, zumindest auf dem Feld, mit dem Bacillus thuringiensis tenebrionis gegen den Kartoffelkäferbefall vorgehen, ohne andere Lebewesen übermäßig in Mitleidenschaft zu ziehen. Aber auch der vorausschauende Einsatz von frühen Sorten und ein Vorziehen der Keimkartoffeln, bieten neben der allgemeinen Stärkung der Pflanzen durch zielgerichtete Düngung, einen guten Ansatz um einem Totalausfall bei der Ernte entgegenzuwirken.

In diesem Sinne, wünsche ich ihnen viel Erfolg beim Kartoffelkäfer bekämpfen!