Rüsselkäfer - Breitmaulrüssler / Dickmaulrüssler bekämpfen

Alles zum Thema Rüsselkäfer - wie man Breitmaulrüssler / Dickmaulrüssler bekämpfen kann und wie eine Fichtenrüsselkäfer Bekämpfung möglich ist.

Fichtenrüsselkäfer in Frontalansicht
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Rüsselkäfer bekämpfen – eine Übersicht

Auch, wenn eigentlich nur Gartenbesitzer und Land- und Forstwirte, die schon einmal Probleme mit Rüsselkäfern hatten, wissen das es diese Käfer überhaupt gibt, ist die Familie der Rüsselkäfer weltweit verbreitet und mit etwa 60.000 Arten vermutlich die artenreichste Familie aller Lebewesen überhaupt! Grund genug sich die Rüsselkäfer einmal genauer anzusehen. Im Speziellen werden wir uns in diesem Artikel den in unseren Breitengraden besonders problematischen Rüsselkäfern wie dem (gefurchten) Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus – auch als Breitmaulrüssler bekannt) und dem großen braunen Rüsselkäfer (Hylobius abietis – auch als Fichtenrüsselkäfer bekannt) widmen und versuchen Tipps zu geben wie man diese Rüsselkäfer bekämpfen kann.

Übrigens, nicht alle Rüsselkäfer sind auch Schädlinge im eigentlichen Sinne. Manche Arten werden auch hergenommen um invasive Pflanzenarten in Schach zu halten.Dickmaulrüssler auf einem Ast sitzend So zum Beispiel als wirkungsvolles Mittel gegen den großen Algenfarn, der sich extrem ausbreiten kann und zur Gefahr für befallene Gewässer und der dort lebenden Tiere werden kann.

Davon ab sind Rüsselkäfer im Grunde ein wichtiger Bestandteil einer sich im biologischen Gleichgewicht befindlichen Flora und Fauna und daher sollte auch nur gegen die Tiere vorgegangen werden, wenn sie in Massen auftreten und damit wirklich eine Bedrohung für die befallenen Pflanzen darstellen. Bitte halten sie das immer in Erinnerung, bevor sie mit der großen Keule Rüsselkäfer bekämpfen, denn diese haben auch reichlich natürliche Feinde (z.B. Spitzmäuse und Igel) und werden so in einem funktionierenden ökologischen Umfeld eigentlich immer auf natürliche Weise in Schach gehalten.

    Inhaltsverzeichnis des Artikels
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  1. Dickmaulrüssler bekämpfen
  2. Entwicklung des gefurchten Dickmaulrüsslers
  3. Schadbild an Pflanzen
  4. Den gefurchten Dickmaulrüssler bekämpfen
  5. Nematoden gegen Dickmaulrüssler
  6. Der Große braune Rüsselkäfer (Fichtenrüsselkäfer)
  7. So sieht der Fichtenrüsselkäfer aus
  8. Den Fichtenrüsselkäfer bekämpfen
  9. Produktvorschläge
  10. Weiterführende Artikel

Dickmaulrüssler bekämpfen

Die Unterfamilie der Dickmaulrüssler ist reichlich groß und kann daher nicht wirklich erschöpfend an dieser Stelle besprochen werden. Ich möchte mich daher hauptsächlich auf den gefurchten Dickmaulrüssler (Breitmaulrüssler) beschränken, der auch in Deutschland als Pflanzenschädling weit verbreitet ist und so mancher Pflanze auf dem Feld und im Garten das Leben gekostet hat. Davon ab sind auch viele weitere Arten der Dickmaulrüssler im Grunde Pflanzenschädlinge, die oft erheblichen Schaden anrichten können, wenn die Umstände dazu führen, dass die Käfer sich stark vermehren.

Der gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus) ist nicht auf einzelne Pflanzenarten spezialisiert, Larve des Dickmaulrüsselkäfer in Blumenerdesondern frisst sich gerne durch eine ganze Reihe von Pflanzen (sie sind polyphag). So zum Beispiel sehr gerne durch Rhododendron, Kirschlorbeer und weitere Stauden und Sträucher, aber immer wieder gerne werden auch Erdbeerpflanzen befallen. Zwar richtet auch der Käfer des Dickmaulrüsslers Schäden an den Blättern und Knospen der Pflanzen an, allerdings sind die Schäden der Larven während der Winterzeit wesentlich problematischer für die befallenen Pflanzen. Sie fressen unterirdisch an den Wurzeln und zerstören somit die Lebensgrundlage der Gewächse, so dass sie häufig davon eingehen.

Entwicklung des gefurchten Dickmaulrüsslers

Die Larven der gefurchten Dickmaulrüssler verpuppen sich im Frühjahr und schlüpfen dann etwa Ende Mai bis Ende Juni als ausgewachsener Käfer. Die Käfer sind dabei etwa 10 – 12mm lang und ihr Panzer ist auf der Oberseite schwarz mit braunen Flecken. Der Panzer ist mit längslaufenden Rillen versehen. Die ganze Oberfläche wirkt rau und körnig. Ihre Fühler sind lang und stark ausgeprägt. Die Dickmaulrüssler fressen dann etwa 4-6 Wochen um zur Geschlechtsreife zu gelangen. Breitmaulrüssler sind nicht auf eine Befruchtung durch sexuelle Fortpflanzung angewiesen. Die Population besteht nur aus Weibchen! Ab etwa Ende Juni legen die Käfer bis zu 1000 Eier in den lockeren Boden um die bevorzugten Pflanzen herum ab aus denen sich nach etwa 3 Wochen dann die Larven entwickeln, die den Rest des Jahres auch über die Winterzeit hinweg an den Wurzeln der Pflanzen fressen.

Schadbild an Pflanzen

Schadbild an einem Rhododendron an den BlätternDie Käfer fressen sowohl an Blättern als auch an jungen Trieben und Knospen. An Blättern zeigt sich eine Art halbmondförmiges Loch – auch Buchtenfraß genannt – an den Blatträndern. Das Blatt sieht im Ganzen ein wenig wie ein Zahnrad oder Sägeblatt aus. Die Larven des gefurchten Dickmaulrüsslers fressen wie gesagt an den Wurzeln der Pflanzen. Hierdurch zeigen sich welke Stellen in den Pflanzen oder die Pflanzen fallen durch einen verkümmerten Wuchs im Vergleich mit nicht befallenen Trieben auf. Bei starkem Befall durch den Rüsselkäfer können die Pflanzen dann auch eingehen.

Den gefurchten Dickmaulrüssler bekämpfen

Dickmaulrüssler sind nachtaktive Tiere und zu dieser Zeit am besten zu bekämpfen. Sind nur einzelne Pflanzen auf Balkon oder Terrasse betroffen kann man die Käfer durch Schütteln der Pflanze zu Boden werfen und bequem händisch absammeln. Bei einem verbreiteten Befall ist dies natürlich nicht möglich und muss dann mit chemischen Mitteln angegangen werden. Die Mittel werden am besten spät abends bei trockenem Wetter aufgesprüht, damit die Dickmaulrüssler möglichst schnellen Kontakt zum Gift bekommen. Allerdings sind chemische Mittel nur sehr begrenzt für den Einsatz im Freien zugelassen. Eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln sollte im Normalfall nur bei Topfpflanzen durchgeführt werden. Mögliche Wirkstoffe sind Thiacloprid und Acetamiprid.

Nematoden gegen Dickmaulrüssler

Gegen die Dickmaulrüssler Larven können biologisch unbedenkliche Nematoden (der Gattung Heterorhabditis - z.B. Heterorhabditis bacteriophora) eingesetzt werden, die in die Larven eindringen und dort ein Bakterium ausscheiden, das die Larven abtötet. Die Fadenwürmer sind dabei ungefährlich für alle anderen Lebewesen, da sie nur auf die Larven der Rüsselkäfer gehen. Beste Zeit für den Einsatz der Nematoden ist der zeitige Frühling (kein Frost im Boden) oder im Herbst. Die Fadenwürmer sind im Handel erhältlich und werden dann mit der Gießkanne in den Boden um die befallenen Pflanzen eingegossen. Nematoden gegen Dickmaulrüssler einzusetzen ist sehr effektiv und kann den Schädlingen innerhalb weniger Wochen auch bei großflächigem Befall den Garaus machen.

Der Große braune Rüsselkäfer (Fichtenrüsselkäfer)

Er ist ein Schädling, der vor allem in der Forstwirtschaft bei massenhaftem Auftreten großen Schaden an Nadelbäumen anrichten kann. Er ernährt sich von der Rinde der Bäume. Jungpflanzen können durch den Fraß absterben oder so geschwächt werden, dass andere Parasiten die Pflanzen befallen.

So sieht der Fichtenrüsselkäfer aus

Fichtenrüsselkäfer auf einem Zweig sitzendDer ausgewachsene Käfer ist etwa 10 bis 15mm lang und sein Panzer ist gräulich mit einzelnen Sprenkeln in Gelb gefärbt. Sein Kopf mit Maul ist zu einem auffälligen Rüssel verlängert und seine Fühler sind mittig abgeknickt und am Ende etwas verdickt. Der große braune Rüsselkäfer ist recht widerstandsfähig gegen Frost und andere Umwelteinflüsse und lebt 2-3 Jahre als adultes Tier. Die Larven des Fichtenrüsselkäfers sind anders wie beim gefurchten Dickmaulrüssler keine Gefahr für die Pflanzen. Sie leben in toten Baumstöcken und moderndem Holz.

Den Fichtenrüsselkäfer bekämpfen

Um den großen braunen Rüsselkäfer bekämpfen zu können, werden im Wald verschiedene Methoden eingesetzt.

  1. Fangrinden einsetzen
    Dabei werden etwa Tellergroße frische Rindenstücke zusammengeklappt und mit Steinen beschwert auf dem Waldboden verteilt. Sie sind für die Käfer sehr attraktiv und werden den Pflanzen gegenüber bevorzugt. Eine Kontrolle des Befalles sollte etwa wöchentlich (möglichst am Morgen - dann die Tiere absammeln) erfolgen und die Fangrinden nach etwa 4 Wochen ausgetauscht werden. Ca. 10 Fangrinden je Hektar Wald reichen in aller Regel aus um gute Fangergebnisse beim Fichtenrüsselkäfer zu erzielen. Bei starkem Befall muss die Rindendichte ggf. erhöht werden.
  2. Chemische Bekämpfung des großen braunen Rüsselkäfers
    Auch sind einige chemische Mittel auf dem Markt erhältlich, die entweder mittels Spritz- oder Tauchverfahren auf die Pflanzen aufgebracht werden, wenn der Befall für ein natürliches Bekämpfen zu hoch ist. Welche Mittel für die Bekämpfung derzeit zugelassen sind erfahren sie bei ihrem zuständigen Forstamt.
  3. Vergrämungsmittel
    Ebenfalls im Handel erhältlich sind Mittel auf biologischer Basis, die den Fraß des Käfers abwehren und ihn vergrämen. Auch diese Mittel werden in aller Regel gespritzt. Häufigkeit der Anwendung und Wirkweise sind hier je nach Hersteller unterschiedlich und kann auch im Forstamt nachgefragt werden.
  4. Wurde im Vorfeld ein Kahlschlag der Forstfläche durchgeführt kann es hilfreich sein mit der Wiederaufforstung mindestens 3 Jahre zu warten, damit der große braune Rüsselkäfer keine Lebensgrundlage geboten bekommt. Nachteil hierbei ist aber, dass keine Garantie besteht, dass das Warten auch ausreichend die Population verringert um vor einem Käferbefall auch sicher zu sein (vor allem, wenn umstehende Wälder ebenfalls potentielle Habitate für den Fichtenrüsselkäfer sind).

Ich hoffe, ich konnte ihnen mit diesem Artikel eine Hilfestellung zum Rüsselkäfer bekämpfen geben. Viel Erfolg beim Kampf gegen Dickmaulrüssler und Fichtenrüsselkäfer!

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