Die wichtigsten Holzkäfer und Holzschädlinge bestimmen

Welche Holzkäfer richten den meisten Schaden an und wie sehen sie aus? So können sie die wichtigsten Holzschädlinge bestimmen. Fokus auf Trockenholzinsekten.

Larve des Hausbocks auf einem Holzzweig
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Holzschädlinge bestimmen – was knabbert denn da?

(Dieser Artikel ist noch in Bearbeitung. Stand 12.2018)
Sie hören Nagegeräusche auf dem Dachboden wenn sie abends im Bett liegen, oder sehen aus Deckenbalken oder auch Möbeln Sägemehl ausrieseln? Dann sind hier mit hoher Wahrscheinlichkeit Holzkäfer am Werk. Dieser Artikel geht konkret auf Holzkäfer als Holzschädlinge ein. Falls sie darüber hinaus Informationen über andere holzzerstörende Organismen (wie zum Beispiel Schimmelpilzen / Schwämmen) suchen, so finden sie unter anderem hier www.schimmel-hilfe.com viele interessante Informationen und Hilfestellung zum Pilze bekämpfen. Um Holzschädlinge bestimmen zu können, sollen in diesem Artikel vor allem drei Holzkäferarten näher vorgestellt werden die zusammengenommen mit Abstand am meisten für Schäden in verbautem Holz, Konstruktionen und Möbeln verantwortlich sind. Einige der darüber hinaus vorgestellten Holzkäferarten werden in Zukunft auch noch eigene Artikel erhalten um im Detail auf die Bekämpfung dieser Holzschädlinge eingehen zu können. Also dann, lassen sie uns die Holzschädlinge bestimmen die uns solchen Ärger machen.

    Inhaltsverzeichnis des Artikels
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  1. Der Hausbock
  2. Der gemeine Nagekäfer / Holzwurm
  3. Der braune Splintholzkäfer
  4. Holzschädlinge im Frischholz
  5. Produktvorschläge
  6. Weiterführende Artikel

Der Hausbock (Hylotrupes bajulus)

Der Hausbock – nicht zu verwechseln mit dem Holzbock (das ist eine Zeckenart!) – ist wohl einer der gefährlichsten Holzschädlinge für Nadelhölzer die im Haus auftreten können (er gehört zu den sogenannten Trockenholzinsekten). Der teils sehr lange Entwicklungszyklus von etwa 4 bis 15(!) Jahren von der Larve zum ausgewachsenen Käfer und der Umstand, dass die Larven immer nur im inneren des Holzes fressen (also außen bis auf Ausfluglöcher eine durchgängig intakte Oberfläche belassen) machen die Zerstörungsarbeit dieses Holzkäfers so effektiv. Ein Befall wird oft erst bemerkt, wenn die Zerstörung schon weit fortgeschritten ist.

Dieser Artikel beschränkt sich auf eine kurze Zusammenfassung zum Aussehen von Käfer und Larve zum Holzschädlinge bestimmen. In einem ausführlichen Artikel zu diesem Holzkäfer finden sie hier weitere Informationen um den Hausbock effektiv zu bekämpfen.

Larve des Hausbocks mit GrößenangabeDie Larven des Hausbocks sind gelblich weiß, ihr Körper ist sehr deutlich in Ringe segmentiert und die Larven werden bis zu 30mm lang. Der Kopf dieser Holzschädlinge ist geprägt von den kräftigen, dunklen Fresswerkzeugen und den jeweils drei Punktaugen links und rechts neben dem Maul. Ganz typisch für die fressenden Hausbocklarven ist das oft deutlich hörbare Fressgeräusch im Holz. Die Larven dieses Holzkäfers fressen übrigens nur im Splintholz von Nadelhölzern. Alle Harthölzer sowie Kernholz bei Nadelgehölzen (soweit vorhanden) werden verschmäht.

Die ausgewachsenen Käfer können im Aussehen variieren, sind aber durchaus von anderen, verwandten Holzkäferarten wie zum Beispiel dem Rothalsbock oder dem Scheibenbock (beides Frischholzinsekten) gut zu unterscheiden.

Der Hausbock wird etwa 15 bis 25mm lang, wirkt aber oft durch Beine und Fühler größer. Er ist flach im Körperbau und die Grundfarbe ist Dunkelbraun bis Schwarz. Er ist am ganzen Körper mit feinen grauen Härchen bewachsen. Die Oberschenkel sind nach unten hin keulenartig verdickt und die Füße weisen ausgeprägte Krallen auf. Hausbockkäfer als adultes TierGenerell erscheinen Beine und auch die gegliederten Fühler etwas heller (Braun) als der übrige Körper.

Der Hausbock schlüpft zischen Mai und August und hat nach dem Schlüpfen nur eine kurze Lebensdauer von etwa 3-5 Wochen in denen er auch keine Nahrung mehr aufnimmt. In dieser Zeit werden Paarungspartner gesucht und die Weibchen legen an mehreren Stellen (z.B. feine Risse im Holz) bis zu 50 Eier je Gelege ab. Ausschlaggebend für den Holzbefall sind ausdünstende Aerosole der Hölzer, die dem Holzkäfer die besten Eiablageplätze anzeigt. Um Bauholz für den Hausbock unattraktiv zu machen, gibt es biologisch gut verträgliche Anstriche zur Vorbeugung gegen einen Befall, die das Ausdünsten der anlockenden Aerosole verhindern. Mehr zum Thema Holzschutz finden sie in diesem Artikel.

Der gemeine Nagekäfer / Holzwurm (Anobium punctatum)

Wohl jeder kennt die feinen, etwa 2mm großen Löcher an Möbeln, Vertäfelungen und sonstigen verbauten Hölzern, die auf einen Befall mit dem gemeinen Nagekäfer hinweisen. Diese Holzschädlinge werden der Einfachheit halber im Volksmund einfach „Holzwurm“ genannt. Allerdings kann nicht so ohne weiteres von einem Befall des Nagekäfers ausgegangen werden da auch andere Holzkäfer ein ähnliches Schadbild zeigen bzw. deren Larven (wie zum Beispiel die des braunen Splintholzkäfers – siehe weiter unten) recht ähnlich aussehen.

Auch der gemeine Nagekäfer gehört zu der Gruppe der Trockenholzinsekten. Sie befallen also auch nur Hölzer, die keinen zu hohen Feuchtegehalt aufweisen – etwa 10 - 20% Holzfeuchte. Dabei mögen diese Holzschädlinge eher kühle Temperaturen um gut zu gedeihen. Warme, regelmäßig geheizte Räume wie dies heute in aller Regel in Wohnungen mit Zentralheizung der Fall ist, lässt das Holz zu sehr austrocknen und die Larven sterben nach einiger Zeit ab.

Dieser Holzkäfer ist nicht wie der oben genannte Hausbock auf Nadelhölzer beschränkt. Vielmehr befällt er quasi alle heimischen Hölzer im Splintholz. Nur der harte Kern einiger Obstgehölze, sowie Eichenholz (aufgrund seines hohen Gerbstoffgehaltes) werden weitgehend verschmäht. Je weicher das Holz, desto schneller geht die Zerstörung voran. Einen ausführlichen Artikel zur Holzwurmbekämpfung finden sie hier. Der Gemeine NagekäferZu seinem nahen Verwandten, dem gescheckten Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) gibt es zusätzlich noch einen eigenständigen Artikel hier.

Die Larven dieses Holzschädlings werden zwischen 2 und 5mm lang, sind weißlich und in sich gekrümmt. Die Fresswerkzeuge sind deutlich bräunlich abgesetzt und der Kopf Kapuzenartig nach unten gezogen. Sie haben außerdem im vorderen Bereich sichtbar ausgebildete Beinchen (3Paare) und sind am ganzen Körper ganz fein behaart.

Der adulte Käfer wird ebenfalls bis zu 5mm lang, hat eine längliche Form und ist von der Grundfarbe braun. Durch seine dichte, helle Behaarung um ganzen Körper wirkt er aber oft eher heller bis hin zu einem Grauton. Die Behaarung bewirkt auch einen Längsstreifen-Effekt auf der Oberseite des Käfers.

In mancher Literatur wird der gemeine Nagekäfer auch als Totenuhr bezeichnet. Das ist so allerdings nicht korrekt, da dieser Holzschädling (der gemeine Nagekäfer) keine Klopfgeräusche von sich gibt. Diese stammen vom gescheckten Nagekäfer (Xestobium rufovillosum), der zwar mit dem gemeinen Nagekäfer verwandt ist (und auch ein ähnliches Schadbild verursacht), aber heute nur noch selten anzutreffen ist.

Der braune Splintholzkäfer (Lyctus brunneus)

Ein weiterer weltweit verbreiteter Holzschädling ist der braune Splintholzkäfer. Ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammend ist er im Laufe des letzten Jahrhunderts durch den Handel mit Holz und Holzwaren weltweit verbreitet worden. Dieser Holzkäfer bevorzugt anders als der gemeine Nagekäfer vor allem Laubhölzer wie Eiche, Nuss- und Obstgehölze. Aufgrund des niedrigen Eiweißgehaltes verschmäht er allerdings meist Buchenholz sowie die meisten Nadelhölzer.

Der Braune Splintholzkäfer als adultes TierAuch der braune Splintholzkäfer gehört zu den Trockenholzinsekten, da er eine Holzfeuchte von etwa 8% (!) bis 15% bevorzugt. Bei Temperaturen zwischen 22 und 28°C fühlt er sich besonders wohl, aber auch kühle bis kalte Temperaturen (unter 0°C) übersteht er problemlos.

Das Schadbild dieser Holzkäfer, bzw. seiner Larven ist dem des gemeinen Nagekäfers ähnlich, allerdings wirft er das so genannte „Nagsel“ (die Späne vom Fressen) nicht aus, so dass keine sichtbaren Mehlhäufchen entstehen. Er zerstört noch stärker die Struktur der befallenen Hölzer, so dass bei langem und starkem Befall nur noch eine papierdünne, intakte Oberfläche übrigbleibt und der Rest des Splintholzes (bei Kernhölzern) völlig zerstört wird. Die Ausfluglöcher sind denen des gemeinen Nagekäfers recht ähnlich, sind jedoch an der Austrittsöffnung stärker ausgefranst.

Die Larven des Splintholzkäfers werden bis etwa 6mm lang, sind gelblich weiß (Elfenbeinfarben / Altweiß) und stark gekrümmt. Der Brustbereich ist anders wie beim gemeinen Nagekäfer stark verdickt. Auch diese Larven haben im vorderen Bereich 3 kurze Beinpaare.

Die ausgewachsenen Käfer sind gelblich bis rötlich Braun. Ihr Körper ist schmal und langezogen. Sie werden etwa 6 – 8mm lang. Die Deckflügel weisen eine sehr feine Punktierung auf. Kopf und Hals sind wesentlich schmaler als der Hinterleib. Sie schlüpfen meist zwischen Mai und Juni und streben ans Licht. Bei einem Befall in der Wohnung lassen sich diese Holzkäfer also oft an den Zimmerfenstern beobachten.

Auch der Braune Splintholzkäfer hat einen eigenen Artikel spendiert bekommen in dem sie im Detail nachlesen können was zu tun ist, wenn diese Käferart ihr Zuhause heimsucht.

Holzschädlinge im Frischholz

Die drei oben genannten Trockenholzinsekten sind in unseren Breitengraden für den Großteil aller Schäden an verbautem Holz in Gebäuden, Möbeln und Konstruktionen verantwortlich. Daneben gibt es noch eine Vielzahl an Feuchtholzinsekten / Frischholzinsekten, die eine recht hohe Holzfeuchte benötigen um zu gedeihen. Dazu kommt oft noch, dass zu befallendes Holz auch in vielen Fällen noch berindet und / oder durch Pilze bereits vorgeschädigt sein muss um diesen Holzkäfern eine Lebensgrundlage zu geben. Ein Fund der Larven dieser Feuchtholzinsekten, zum Beispiel beim Kaminholz machen, führt allerdings oft zu Irritationen und Sorgen bezüglich der gefundenen Schädlinge. Allerdings ist die Sorge hier in aller Regel unbegründet, da die Käfer sich im austrocknenden Holz zwar noch verpuppen und Schlüpfen können, aber das verbaute Holz nicht wieder neu besiedeln können.

Bockkäferarten

Auch die Sichtung verschiedener Bockkäferarten führt regelmäßig zu Fehlinterpretationen, der Hausbock könne Einzug gehalten haben. Allerdings sind auch hier alle farblich abweichenden Bockkäferarten zum oben beschriebenen Hausbock für verbautes Holz keine Gefahr, da auch sie alle zu den Frischholzinsekten gezählt werden. Häufige Vertreter sind zum Beispiel der Rothalsbock (Stictoleptura rubra), der Scheibenbock (z.B. Ropalopus femoratus, Callidium violaceum, Callidium aeneum, Poecilium rufipes etc.), der Mulmbock (Ergates faber) und seine bis zu 7cm langen, fetten Larven, die bei Entdeckung erschrecken können, oder auch der Variable Schönbock (Phymatodes testaceus), der seinem Namen alle Ehre macht und in vielen verschiedenen Farbkombinationen vorkommen kann.

Holzwespen

Auch ist die Holzwespe als Holzschädling immer wieder in Verruf geraten. Aber auch Holzwespen legen ihre Eier nur in Frischholz ab. Sie können zwar aus verbauten Hölzern noch ausschlüpfen, aber es ebenfalls nicht wieder neu besiedeln. Generell kann die Holzwespe nur sehr eingeschränkt zu den Holzschädlingen gezählt werden, da ihr Vorkommen immer seltener wird und auch die Zerstörung im Holz eher gering ist.

Ameisen

Auch die schwarze Rossameise kann verbaute Hölzer befallen, allerdings nur wenn durch Feuchtigkeit und Pilzbefall das Holz schon vorgeschädigt ist. Die schwarze RossameiseDer jährlich angerichtete Gesamtschaden durch die Rossameise ist sehr gering und kann im Vergleich zu den oben genannten Holzschädlingen im Trockenholz vernachlässigt werden. Auch deren Verwandte, die Termiten spielen bei uns keine Rolle, sind aber in tropischen Gefilden eine echte Gefahr.

Ich hoffe dieser Artikel hilft ihnen beim Holzschädlinge bestimmen zumindest einen ersten Überblick über ihr Anliegen zu geben. Haben sie einen Übeltäter konkret benennen können, so nehmen sie sich die Zeit und lesen im zugehörigen Detailartikel mehr über Lebensweise und auch Bekämpfung der Käferart. Viel Erfolg weiterhin beim Holzschädlinge bestimmen!

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