Taubenzecken bekämpfen - Möglichkeiten - Mittel und Probleme

Taubenzecken bekämpfen ist schwierig. Erfahren sie mehr über Taubenzeckenbekämpfung und was getan werden sollte um dauerhaft Ruhe zu haben.

Taubenzecke - Macroaufnahme
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Taubenzecken – echte Überlebenskünstler

Die Taubenzecke (Argas reflexus) findet sich immer dort, wo sich Straßentauben oder Zuchttauben aufhalten oder aufgehalten haben (z.B. alte Taubenverschläge, Nistplätze etc.). Sie sind also in den meisten Städten in den Nestern und Rastplätzen der Tauben auf und in Gebäuden zu finden. In ländlichen Gebieten sind sie aufgrund der wesentlich geringeren Taubenpopulation meist seltener anzutreffen. In etwa 50% aller von Tauben aktuell bewohnten Nester sind auch mit Taubenzecken besiedelt.

Taubenzecken sind echte Überlebenskünstler, langlebig und wirklich zäh. Dieser Umstand macht eine Taubenzeckenbekämpfung sehr aufwendig und sollte nur von erfahrenen Schädlingsbekämpfern angegangen werden, da Laien zum einen nicht über die benötigten Wirkstoffe zum effektiven Taubenzecken bekämpfen verfügen und zum anderen genaue Kenntnisse über mögliche Verstecke der Zecken vorhanden sein sollten.

Bedenkt man, dass Taubenzecken weit über 10 Jahre alt werden können und außer im Eistadium auch mit frostigen Temperaturen mit mittleren Minusgraden, aber auch mit hohen Temperaturen jenseits der 40°C gut zurechtkommen, sowie unglaublich trockenheitsresistent sind (Adulte Tiere können bei einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 75% ohne zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme jahrelang überleben), so kann man sich gut vorstellen, dass ein Taubenzecken bekämpfen auch für Profis eine echte Herausforderung darstellt.

    Inhaltsverzeichnis des Artikels
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  1. Aussehen und Lebensweise der Taubenzecke
  2. Taubenzecken bekämpfen
  3. Gefahren und Krankheiten durch Taubenzecken
  4. Fazit zum Taubenzecken bekämpfen
  5. Produktvorschläge
  6. Weiterführende Artikel

Aussehen und Lebensweise der Taubenzecke

Ausgewachsene Taubenzecken werden etwa 10mm lang (nur die Weibchen – Männchen kleiner) und bis zu 6 mm breit. Ihre Form (Umriss) ist in etwa Eiförmig, sie haben, wie alle Zecken, acht Beine und sind in „nüchternem“ Zustand milchig gelb mit einer unregelmäßigen, dunkler gefleckten und gepunkteten Musterung auf dem Rückenschild. Haben sie eine Blutmahlzeit zu sich genommen, erscheinen sie rötlichbraun.

Die dunkel-rötlichbraun gefärbten Eier der Taubenzecken werden in Gelegen von etwa 20 bis 100 Stück in der Nähe von möglichen Wirtstieren abgelegt. Die Taubenzeckenweibchen können nach erneuter Blutaufnahme mehrmals solche Eipakete ablegen und so im Laufe ihres langen Lebens einige hundert Nachkommen erzeugen.

Taubenzecke auf menschlichem ArmDie Taubenzecken durchlaufen im Entwicklungszyklus als erstes ein Larvalstadium (Larven werden etwa 1mm lang) und dann meist zwei bis drei Nymphenstadien (Sehen aus wie kleine, ausgewachsene Zecken, sind aber noch nicht fortpflanzungsfähig). Zwischen jedem weiteren Entwicklungsschritt muss die Taubenzecke erneut eine Blutmahlzeit zu sich nehmen um sich weiterentwickeln zu können. Durch die notwendigen Nahrungsaufnahmen zur weiteren Entwicklung, kann ein vollständiger Entwicklungszyklus bei den Taubenzecken durchaus auch 5 – 7 Jahre dauern.

Taubenzecken sind ausschließlich nachtaktiv. Tagsüber verkriechen sie sich tief in Spalten und Ritzen in der Nähe ihrer Wirtstiere. Auch das ist ein Umstand, warum das Taubenzecken bekämpfen mit Kontaktgiften nur schwer möglich ist.

Taubenzecken bekämpfen

Wie eingangs schon erwähnt, ist eine Taubenzeckenbekämpfung oft sehr aufwendig und schwierig umzusetzen. Die Schwierigkeiten bei der Taubenzeckenbekämpfung ergeben sich dabei aus dem Umstand,

  • dass sie mit Kontaktgiften ohne Depotwirkung nur schwer in ihren tiefliegenden Verstecken zu erreichen sind,
  • sie ihre Atmung problemlos für mehrere Stunden einstellen können
  • und sich oft bei jahrelanger Besiedelung und genügend Wirtstieren riesige Populationen von mehreren 10.000 Tieren aufbauen konnten.

Folgend soll an dieser Stelle Beispielhaft ein möglicher Ablauf für eine Taubenzeckenbekämpfung vorgestellt werden.

  1. Genaue Lokalisierung von Taubennestern, Taubenverschlägen, ehemaligen Standorten von Taubenverschlägen und regelmäßigen Aufenthaltsplätzen der Tauben.
  2. Alle möglichen Rückzugsmöglichkeiten (Ritzen, Spalten, Löcher, Falten und Risse) eruieren und markieren.
  3. Alle gefunden Rückzugsmöglichkeiten soweit erweitern, dass Kontaktgifte lückenlos eingebracht werden können. So ist zum Beispiel loser Putz zu entfernen, Faulstellen in Holzverkleidungen zu beseitigen oder Bleche und Deckplanen so zu präparieren, dass Mittel zur Bekämpfung der Taubenzecken tief eingebracht werden können.
  4. Nun wird im ersten Schritt ein pyrethrum-haltiges Akarizid eingebracht, dass die Zecken „aufscheuchen“ soll.
  5. Als nun folgender Angriff gegen den Parasiten wird in aller Regel mit einem carbamat-haltigem Insektizid (z.B. Propoxur) nachgearbeitet.
  6. Das Einbringen der Insektizide sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, da davon ausgegangen werden muss, dass nicht alle Tiere bei einem einmaligen Einsatz abgetötet werden.

Grundsätzlich problematisch beim Taubenzecken bekämpfen mit chemischen Mitteln ist, dass die Eier der Zecken hiervon nicht erfasst werden können und so gegebenenfalls neue Generationen der Parasiten nachkommen können. Als alternative oder ergänzende Maßnahmen kann auch mit erhitzenden Verfahren versucht werden, innerhalb von Gebäuden gegen die Zecken vorzugehen. Eventuell sind auch Verfahren mit Mikrowelleneinsatz denkbar, die bereits bei der Bekämpfung von Holzschädlingen in schwer zugänglichen Bereichen und bei empfindlichen Oberflächen mit Erfolg eingesetzt werden.

Gefahren und Krankheiten durch Taubenzecken

Zeckenbiss am BeinTaubenzecken können zur Not auch an uns Menschen gehen. Dies passiert häufig, wenn ihre natürlichen Wirte vertrieben werden oder alte, lange bestehende Taubenverschläge abgerissen wurden usw. In ihrer Not machen sich die Zecken (oft erst nach Jahren) auf die Suche nach anderen Wirten und nutzen dabei auch die Möglichkeit bei uns Menschen oder unseren Haustieren Blut zu saugen. Da sie ausschließlich nachtaktiv sind, bekommen wir selbst oft nicht direkt etwas von dem „Angriff“ der Zecken mit, da sie meist nur wenige Stunden Blut saugen. Säugetierblut können die Zecken aber höchstwahrscheinlich nicht nutzen um sich weiter zu vermehren. In manchen Fällen verenden die Parasiten auch nach einer Blutaufnahme von solchen „Notwirten“ nach einigen Tagen.

Als Überträger von Krankheiten ist die Taubenzecke nicht eindeutig identifiziert. Es wird aber vermutet, dass sie den Erreger des sogenannten Q-Fieber (eine Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen) übertragen kann. Meist problematischer sind aber die Reaktionen des Körpers auf den Speichel der Tiere, der insbesondere bei wiederholten Zeckenbissen häufig zu zum Teil starken allergischen Reaktionen führen kann, die bis zum anaphylaktischem Schock, Atemnot und starken, globalen Hautreaktionen führen kann. In Studien wurde nachgewiesen, dass bis zu 40% der betroffenen, mehrfach befallenen Personen eine Taubenzeckenallergie entwickelten, die über Jahrzehnte Bestand hatte.

Einfache Reaktionen nach einem Taubenzeckenbiss sind, ähnlich wie bei anderen Insektenbissen oder Stichen, lokale Hautreizungen, Quaddelbildung und Juckreiz, die mehrere Tage anhalten können. Im Zweifel und bei länger anhaltenden Symptomen sollten sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, damit ein weiteres Vorgehen bei der Behandlung abgeklärt werden kann.

Fazit zum Taubenzecken bekämpfen

Zum Abschluss noch einmal der Apell an alle Selbermacher. Beauftragen sie auf jeden Fall zur Schädlingsbekämpfung bei Taubenzecken einen professionellen Kammerjäger, da ein eigenhändiges Taubenzecken bekämpfen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht von Erfolg gekrönt sein wird. Begleitende Arbeiten wie der Abriss alter Taubenverschläge mit anschließender Verbrennung von Einstreu, Heu und (unbehandelten) Holzteilen usw. und der ansonsten sicheren Entsorgung von Anbauten, Putzresten usw. in fest verschließbaren Müllsäcken, kann aber durchaus übernommen werden. Sprechen sie aber auch hierzu im Vorfeld am Besten mit dem Schädlingsbekämpfer vor Ort über die konkreten Möglichkeiten.

Bedenken sie auch, dass grundsätzlich bei durchgeführten Taubenabwehrmaßnahmen am Haus auch über eine Taubenzeckenbekämpfung nachgedacht werden sollte, da eventuell vorhandene Zecken nun keine Wirtstiere mehr finden und nun möglicherweise ins Haus einwandern werden!

In diesem Sinne, wünsche ich ihnen viel Erfolg beim Taubenzecken bekämpfen!